Heute morgen stolperte ich beim Lesen über das Speadreading Tool Spritz und Squirt. Spritz fand wohl schon Einzug in Samsung Geräte. Squirt ist ein ähnliches Tool, basierend auf einem Java-Scribt in der Lesezeichen-Toolbar des Browsers.

Die Idee dahinter ist Texte durch die Hilfe von in schneller Reihenfolge hintereinander angezeigter Wörter. Man sieht also nur die einzelnen Worte des zu lesenden Textes hintereinander. Dabei sind wohl Lesegeschwindigkeiten von über 600-1000 Wörtern pro Minute möglich. Laut den Herstellern liegt die normale Lesegeschwindigkeit bei 200-230 Wörtern pro Minute. Diese Technik verspricht also die Verkürzung der Lesegeschwindigkeit um ein Vielfaches! Einfach mal auf den Websiten von Spritz und Squirt antesten und danach hier weiterlesen.

Neue Möglichkeiten für eine neue Generation

Diese Technologie verspricht neue Möglichkeiten die es zu Nutzen gilt. Die Entwickler von Spritz sprechen zum Beispiel davon Bildschirme besser zu nutzen, da nur einzelne Wörter angezeigt werden. Ideal für die neuen SmartWatches oder kleinere Smart Phones. Oder einfach nur für das schnelle Anzeigen einer SMS.

Die Idee weiterspinnen

Ich habe jede Menge ungelesener Bücher zuhause, viele im Print und noch viel mehr Digital auf meinem eBook-Reader. Jedes dieser Bücher möchte gelesen werden, doch wann? Oft bleibt mir die Zeit nicht, oder ich fange erst gar nicht an, da mich die länge des Buches abschreckt und ich Angst habe zu viel Zeit zu verlieren. Wie wäre es all diese Bücher dreimal oder viermal schneller zu lesen!?

Implementierung in Lese-Apps & eBook-Readern

So ein Tool in den Lese-Apps von Kindle, Kobo Books oder readfy wäre eine Innovation, die die Leser in kürzester Zeit ihre Literatur lesen lässt und neue Zeit schafft weiterführende Literatur zu lesen. Wenn es die eInk Bildschirme der eBook-Reader erlauben dann wäre es ein Tool, dass man auch längere Zeit abends vor dem ins Bett gehen nutzen kann um noch „schnell“ ein Buch zu lesen.

PDFs schnell erfassen

Das gleiche gilt für PDFs, ich habe unzählige noch nicht gelesen. Viele haben sich im Studium angesammelt. Mit einem solchen Tool könnte man seine PDF Bibliothek schnell abarbeiten.

E-Mails schnell bearbeiten

Wie wäre es all die E-Mail flut „schnell“ zu lesen um genug Zeit zu haben auf die E-Mails zu antworten. …apropo Zeitmanagement, das Buch „168 Hours“ und die „What the most Successful People Do„-Serie von Laura Vanderkam sind sehr zu empfehlen — aber bis jetzt nur auf Englisch.

Schattenseiten

Doch ein Wunderwerk werden neue Speed-Reading Technologien nicht werden. Im Berreich GTD (Getting Things Done) gibt dieses Tool bestimmt Abhilfe von vielen zu lesenden Texten. Oder um schnell Nachrichten mit nicht sehr wichtigen Detailgrad zu erfassen, ich nenne sie low-value Texte.

Auch wissenschaftliche Texte lassen sich mit dieser Technologie nicht unbedingt einfach erfassen. Hier helfen nur analoge Strategien des Speed-Readings. Das Überfliegen und Erfassen von Textbausteinen, Überschriften und Hervorhebungen wird auch in Zukunft unerlässlich sein. Für die detaillierte Erfassung des Inhalts helfen Lesemethoden die den Text mittig fokussieren und viele Sprünge mit den Augen vermeiden. Wichtigstes Tool bleibt aber zu guter Schluss immer noch die tiefe Konzentration auf den Text. Dabei hilft es neue Technologien einfach einmal auszuschalten. Alle Ablenkungen auszublenden, den Tisch frei zu haben und in den Text einzutauchen. Gegebenenfalls mit Stift und Marker.

Auch für high-content Texte, sowie Romane, gilt noch immer das alte Leseprinzip. Hier ist das Lesen eher das Aufsaugen eines Inhaltes. Das Genießen. Man kippt sich Wein nicht einfach herunter, man genießt ihn langsam und in Maßen.

Vieles was nützlich scheint und einiges was dagegen spricht. Es kommt also auf die Anwendung an. Ob das Tool auch auf die Dauer für alle zum Lesen geeignet ist steht noch aus. Ich bin gespannt was die Zukunft bringt. Sie auch?