budget-beispielSeit diesem Jahr setze ich mich mehr mit Budgetierung auseinander. Anfangs ein lastiges Thema, nun eines das begeistert. Wir kennen Budgetierung aus der Buchhaltung und schon findet sich unser Kopf in einer verstaubten, trockenen Begriffslandschaft wieder. Doch lesen Sie weiter! Das Gegenteil ist der Fall.

Budgetierung ist ein einfaches Tool um Geld zu sparen, weniger Geld auszugeben und Kontrolle über das Geld zu haben, anstatt Sklave des Geldes zu sein. Dafür brauch es normalerweise auch nicht Stunden der – Achtung! Trockenes Wort! – Buchhaltung sondern ein einfachen Überblick, vielleicht eine halbe Stunde pro Monat. Dazu nach jedem Einkauf und jeder Gehaltszahlung ein paar Sekunden in der man die Eingenommenen und Ausgegebenen Beträge kurz notiert.

Auf der Suche nach der besten Art zu Budgetieren stieß ich auf die Firma YNAB, die ein gleichnamiges Tool zur Budgetierung vertreibt. YNAB steht für „You Need A Budget“ ~ „Du Brauchst Ein Budget“ – das wäre dann DBEB auf Deutsch ;). Alle die des Englischen mächtig sind sollten mal einen Blick auf ihre Website werfen. Dort gibt es einen wunderbaren 9-Tägigen Newsletter auf Englisch der einen all das folgende viel Eindrücklicher erklärt. Ein Konzept das begeistert.

Es ist ganz einfach: Ich kann nur das Ausgeben was ich habe, und mehr geht nicht. Damit ich aber nicht an einer Stelle zu viel Ausgebe und ich plötzlich nicht mehr die Stromrechnung zahlen kann muss ich meinen Euros eine Aufgabe geben: Jeder Euro braucht einen Job. Ich nehme Geld ein. Ich habe Geld was ich auf meine geplanten Ausgaben verteilen muss. Auf ganz simple Kategorien. Nachdem jeder meiner Euros also eine Aufgabe hat, zum Beispiel Miete, Strom, Internet, Lebensmittel, Unterhaltung usw. usf. (~ und so fort), kann ich Anfangen das Geld auszugeben in diesen Kategorien. Wenn ich alle für mich arbeitenden Euros verbraucht hab ist Schluß. Die Regel bei YNAB also: „Every Dollar needs a Job“.

Wichtig ist aber, und hier drauf kommt es an: Vergessen Sie keine Notfallkategorien. Mir passiert es immer wieder das unvorhergesehene Rechnungen eintrudeln. Also sollte man vordenken und ein paar Euro in die Regentage Kategorie stecken. Für den Fall der Fäll. Das ist wie eine eigene Versicherung aufzubauen, nur mit absoluter Kontrolle und der Möglichkeit eine 100%-ige Ausschüttung des Geldes zu bekommen, das man in diese Kategorie gesteckt hat. Gut sind auch Kategorien für Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke, oder Reisen.

Damit kommen wir zum dritten Punkt, die ganz normalen Sparkategorien. Regelmäßig ein paar Euro oder Cents in eine Kategorie werfen wirkt oft Wunder. Ich mache beispielsweise Wechselgeldsparen. Das Wechselgeld auf einen meiner Konten kommt weg und wird gespart. Da häufte sich ganz schön viel – aus meiner Sicht – mit der Zeit an, was ich dann als Notfallgeld nutzen konnte. Ein guter Rat von YNAB: Vom Gehalt des Vormonats leben; das geht in dem man ein Kategorie macht in der man immer wieder ein paar Euro spart die dann irgendwann die Höhe des eigenen Gehaltes erreichen. Ab da Budgetiert man nur noch mit dem Gehalt des Vormonats. Genial.

Wenn ein Monat um ist kann ich schauen wo ich Euros, die einen Job hatten, aber nicht genutzt worden sind, in andere Kategorien werfen in denen doch mehr Nötig war/ist. Damit pendel ich dann langsam auf einen Durchschnitt ein und weiß wie viel ich wofür ausgebe. Und wo ich Kosten drücken muss. Damit kann ich auch meinen ganzen Cashflow kontrollieren (Ein- und Ausgang ist alles im Fluss 😉 ). Das bringt mir mehr Einsparungen, eine Sicht auf Dinge und Ausgaben an denen ich Arbeiten muss, und einen Weg zu neuer, finanzieller Stabilität.

YNAB ist dafür ein gutes, intelligentes Tool auf Englisch. Hat aber auch einen Preis (~ 47 € für so viele Installationen wie man Computer und Smartphones hat 😉 ). Zur Zeit verwende ich deswegen eine selber „programmierte“ Excel Tabelle – die ist leider noch nicht ganz so mobil – dort gebe ich Ein- und Ausgaben ein, und der Rest funktioniert automatisch. Dann Entscheide ich was die eingenommenen Euros machen sollen. Jetzt muss ich mich eben – vor allem – unterwegs überprüfen. Ich muss schauen wie viel noch in meiner Lebensmittelkategorie steckt wenn ich beim Aldi einkaufen bin. Oder Penny, Netto, Rewe, Nahkauf.. (es soll ja niemand zu kurz kommen). Netterweise schlug mir auch YNAB das alternative Nutzen einer Excel Tabelle vor. Was YNAB sehr sympatisch macht. Es gibt übrigens auch Online-Unterricht und die Software kann 34-Tage als Demoversion getestet werden.

Was noch zu sagen bleibt: Wer mehrere Konten und Karten pflegt sollte sich mit passender Software (hier kommt YNAB nicht in Frage) über alle seine Konten & Karten auf den laufenden halten. Das geht gut mit Banking 4W, Quicken oder WISO Mein Geld. Eine Open Source Alternative wäre Gnu Cash. Online sind Numbrs & finanzblick nennenswert.