Gerade bin ich dabei einige Daten zu sichern und dabei stößt man doch noch auf manche Dokumente von denen man nichts mehr wusste, unter anderem dieser kleine lyrische Text, Der Weg:

Ich laufe sie entlang, diese Straße, die Straße vorbei an Geschäften mitten in der Landschaft. Ab und an Bäume, Blumen – manchmal graue Häuserreihen, Hochhäuser.
Sonnenschein und Regen wechseln sich ab. Manchmal schneit es und manchmal sieht man die Blätter von den Bäumen fallen. Große und kleine Bäume, Blumen in unterschiedlichster Farbe. Farben die man selten sieht und Farben die immer wieder auftauchen. Manchmal ist es ganz einfach diese Straße entlangzugehen, wenn sie sauber und schön ist, wenn sich der Sonnenschein auf dem nassen Boden voller Pracht spiegelt und der frische angenehme Wind einen durch die Haare weht. Es angenehm leicht ist dem Straßenverlauf zu folgen. Die Füße es als die größte Entspannung empfinden hier zu laufen. Man am Straßenrand das fröhliche Lachen der Kinder hört. Menschen die sich Freuen – Blumen die Aufblühen. Man nicht friert und nicht schwitzt.
Dann ist es wunderbar auf dieser Straße. Ab und an biegt man ab, wechselt den Kurs, und immer sieht die Straße anders aus. Immer hat sie neues zu bieten und immer lässt sich altes finden.

Es ist wichtig an der richtigen Kreuzung abzubiegen und einen neuen, vielleicht besseren Weg einzuschlagen – einen Weg der erst erleichternd ist, der neu ist, der alles Aufatmen lässt, und einen so wunderbare Geschenke zeigt, Geschenke die man auf der Straße davor nicht gesehen hatte oder schon längst vergaß.
Es ist ein neues Abenteuer, oft unberührte Natur, auch Angsteinflößend. Hat man doch den sicheren Weg verlassen. Wagt man sich auf unberührtes Terrain – jeder Schritt ein vorsichtiger und gespannter Schritt. Eine Straße, die erst noch zu Ende gepflastert werden muss. Auf der es immer schöneres zu sehen gibt.
Von der ich weiß, es war die richtige Kreuzung! Ich neue Stärke gewinne – und von dem Abenteuer neu konfrontiert werde. Hindernisse die sich vor einem Aufbauen, Berge die sich am Horizont auftun.

Ab und an bekomme ich Angst, Angst vor diesen Bergen, Angst vor den Hindernissen.
Dann setzte ich mich oft an den Wegrand und denke nach. Träume von dem was hinter diesen Bergen kommen mag. Zweifle an der Kreuzung und doch finde ich wieder zurück, zurück zu diesem Abenteuer. Ich stehe auf und weiß, es lohnt sich. Ich weiß es war die richtige Kreuzung und ich freue mich auf das was mich erwarten wird, etwas viel besseres als ich bis jetzt gesehen habe! Etwas so unbeschreiblich Schönes! Neue Düfte und neue Farben kommen einen in den Sinn und man geht weiter voran. Mit dem Kopf erhoben und den Blick nach vorne!

Das ist der Augenblick an dem ich mit festen Schritt und erhoben die Straße entlang laufe – ja renne!
Das ist der Schritt an dem alle diese Berge zu kleinen Hügeln werden über die ich fast schon Tanze!
Das ist der Tanz mit dem meine Träume beginnen. Die Freude die kommt, die Stärke am Horizont.

Die Liebe die man von weiten sieht, und das Glück und Lachen, dass ich schon in meinem Herzen spüre. Das Herz, das voller Verlangen, voller Hoffnung und Begeisterung in meiner Brust lebendig wird. Genau das ist der Moment von dem ich weiß, dass ich auf dem Weg gehe, der mich lebendig macht! Der Moment in dem mir jedes Hindernis nur noch klein und nebensächlich erscheint. In dem alle Sorge verschwindet von der ich doch bei jedem Schritt weiß, dass ich die Sorge nicht brauche.

Ich gehe diese Straße entlang und es passiert ab und an dass ich müde werde und zum Horizont schaue. Ich entweder den Blick genieße oder vor Bange zusammensinke, wenn ich die Strecke sehe. Und ich sehe oft zu sehr auf den Weg, auf die Hindernisse, die Steine, die Berge und ich verliere den Horizont aus den Augen, das ende der Etappe aus dem Blick. Die Füße werden müde, und mit jedem Schritt tut man sich schwer.
Es scheint als brauche man nach jedem Schritt eine Pause. Obwohl ich genug Kraft hätte – glaube ich nur daran. Wenn man nicht mehr weiß wohin man gehen wollte
und wohin diese Straße führt – dann ist es schwierig.

Aber wenn ich eine schöne Blume am Straßenrand entdecke – dann gibt sie mir neuen Mut. Und der Traum kommt wieder zurück. Und ich beginne wieder neu zu Träumen und freue mich auf das Ziel, auf das was mich erwartet hinter diesen Weg, nach all den Hindernissen und Steinen.
Und ich schöpfe neue Kraft, Wegweiser zeigen mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin.
Sagen mir dass ich den richtigen Weg eingeschlagen hab. Dass mich der Regen und der Sturm nicht aufhalten kann. Denn der Weg auf dem ich gehe führt zu einem Ziel,
voller Schönheit, voller Klarheit – voller Glanz und Lebendigkeit.

Ich gehe diesen Weg nicht alleine – mein Vater ist mit dabei und hilft mir bei jedem Schritt, er ist es der mir die Wegweiser zeigt, und die Blumen so wunderschön aussehen lässt. Der, wenn ich am Boden liege und ich denke, dass ich es nicht weiter schaffe, sich zu mir kniet und mir beim Aufstehen hilft. Und mich weiterträgt.
Er hat mir das laufen beigebracht, das Tanzen von dem ich Träume.
Er lässt die Berge zu Hügeln werden über die ich Tanzen kann.
Und jeden Tag zeigt er mir mehr, kümmert er sich um mich. Er schaut zu wie ich wachse.
Und er freut sich so sehr daran – es ist unbeschreiblich. Sein Lachen so herzlich,
seine Liebe zu mir so unendlich – größer als jeder Berg.
Dafür bin ich ihm dankbar – Dankbar das er mit mir auf diesen Weg geht.
Dankbar dass er mir die richtige Richtung zeigt.
Er mit mir jeden Tag trainiert.